KONZERNLAGEBERICHT
Vermögenslage
Eigenkapitalquote auf 41,5 % erhöht
Bilanz HORNBACH-Baumarkt-AG Konzern (Kurzfassung)
(Differenzen durch Rundung in Mio. €)
Die Konzernbilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um
74,3 Mio. € oder 5,5 % auf 1.425,2 Mio. € gestiegen. Die
Erhöhung der Bilanzsumme spiegelt dabei die moderat weitergeführte
Expansion des HORNBACH-Baumarkt-AG Konzerns
wider, die sich vor allem in den Investitionen ins Anlagevermögen
sowie den gestiegenen Vorräten zeigt. Insbesondere die
um 69,0 Mio. € gestiegenen flüssigen Mittel sowie die um
13,2 Mio. € gesunkenen Finanzschulden dokumentieren das
im Zeichen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise
immer wichtiger gewordene Ziel, die Liquidität und den finanziellen
Spielraum zu sichern und auszubauen.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden nach Ausübung von
Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 1999 insgesamt
55.040 Stück neue nennwertlose Stammaktien der Gesellschaft
im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung ausgegeben.
Durch die Ausgabe dieser neuen Aktien wurde das Grundkapital
der Gesellschaft um 165.120 € auf nun 47.220.180 €,
eingeteilt in 15.740.060 (Vj. 15.685.020) Stammaktien, erhöht.
Das bilanzielle Eigenkapital im Konzern wird zum Ende des
Geschäftsjahres bei 591,3 Mio. € (Vj. 515,7 Mio. €) ausgewiesen.
Die Eigenkapitalquote in Höhe von 41,5 % konnte damit
erneut gegenüber dem Vorjahr (38,2 %) gesteigert werden.
Langfristiges und kurzfristiges Vermögen
Das langfristige Vermögen beträgt zum Bilanzstichtag
597,1 Mio. € (Vj. 595,9 Mio. €) und damit rund 42 % (Vj. 44 %)
der Bilanzsumme. Die Sachanlagen und fremdvermietete
Immobilien und Vorratsgrundstücke verringerten sich um
2,0 Mio. € (minus 0,4 %) von 546,4 Mio. € auf 544,4 Mio. €.
Dabei standen den Anlagezugängen in Höhe von 81,9 Mio. €
Abschreibungen in Höhe von 52,1 Mio. € sowie Anlageabgänge
in Höhe von 0,7 Mio. € gegenüber. Außerdem werden gemäß
Anwendung des IFRS 5 Immobilien bzw. Immobiliengesellschaften,
die zur Veräußerung bestimmt sind bzw. bereits zum
Bilanzstichtag ohne gleichzeitigen Besitzübergang veräußert
wurden, per Saldo in Höhe von 27,9 Mio. € als kurzfristiges
Vermögen umgegliedert. Sie betreffen im Wesentlichen den
geplanten Verkauf eines HORNBACH Bau- und Gartenmarktes
außerhalb Deutschlands im Wege einer Sale & Leaseback-
Transaktion. Diese Immobilie war im Vorjahr im Sachanlagevermögen
enthalten. Die sonstigen langfristigen Forderungen
stiegen im Wesentlichen durch die langfristige Stundung
eines Teils des Kaufpreises aus einer im Geschäftsjahr realisierten
Sale & Leaseback-Transaktion von 5,0 Mio. € auf
11,2 Mio. €. Die langfristigen Forderungen aus Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag betreffen einen aufgrund des
SEStEG im Vorjahr aktivierten Auszahlungsanspruch für Körperschaftsteuerguthaben
zum Barwert in Höhe von 8,3 Mio. €.
Das kurzfristige Vermögen stieg um 9,7 % von 755,0 Mio. €
auf 828,1 Mio. € bzw. rund 58 % (Vj. 56 %) der Bilanzsumme.
Neben dem Anstieg der Vorräte ist dies vor allem auf den
Anstieg der flüssigen Mittel zurückzuführen. Die Vorräte stiegen
bei konstantem Lagerumschlag um 3,6 % von 478,8 Mio. €
auf 496,3 Mio. €, vor allem durch die Eröffnung von vier neuen
Bau- und Gartenmärkten. Die Forderungen und sonstigen
Vermögenswerte (einschließlich Forderungen aus Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag) lagen bei 44,7 Mio. €
(Vj. 51,2 Mio. €). Die gemäß IFRS 5 zur Veräußerung vorgesehenen
langfristigen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
reduzierten sich von 57,8 Mio. € um 6,8 Mio. € auf
51,0 Mio. €. Dabei standen im Wesentlichen der Umbuchung
eines zur Veräußerung vorgesehenen HORNBACH Bau- und
Gartenmarktes aus dem Anlagevermögen die Abgänge aus
den Veräußerungen von drei HORNBACH Bau- und Gartenmärkten
im Wege von Sale & Leaseback-Transaktionen im
laufenden Geschäftsjahr gegenüber. Gleichzeitig erhöhten
sich die flüssigen Mittel von 167,1 Mio. € im Vorjahr auf
236,1 Mio. €. Für weitere Informationen verweisen wir auf die
Ausführungen zur Finanzlage.
Langfristige und kurzfristige Schulden
Die Verbindlichkeiten inklusive der Rückstellungen betragen
zum Bilanzstichtag 833,9 Mio. € gegenüber 835,2 Mio. € im
Vorjahr. Die langfristigen Schulden sanken von 488,9 Mio. € auf 473,9 Mio. €. Die Verringerung der langfristigen Schulden
um 15,0 Mio. € ist im Wesentlichen auf die planmäßige Rückführung
der langfristigen Finanzschulden zurückzuführen. In
den langfristigen Schulden sind passive latente Steuern in
Höhe von 43,4 Mio. € (Vj. 42,4 Mio. €) enthalten.
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich insgesamt von
346,3 Mio. € auf 360,0 Mio. €. Dabei stiegen die kurzfristigen Finanzschulden im Wesentlichen durch die kurzfristige Zwischenfinanzierung
eines Grundstückerwerbes von 28,8 Mio. €
um 6,6 Mio. € auf 35,4 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten
belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 238,6 Mio. € gegenüber
233,0 Mio. € im Vorjahr. Die sonstigen Rückstellungen und
abgegrenzten Schulden erhöhten sich vor allem durch die
Rückstellungsbildung für Erfolgsbeteiligungen von Mitarbeitern
von 54,1 Mio. € auf 64,0 Mio. €. Die im Vorjahr gemäß
IFRS 5 ausgewiesenen Schulden aus Veräußerungsgruppen in
Höhe von 14,0 Mio. € wurden im Geschäftsjahr 2008/2009
vollständig zurückgeführt.
Die Nettoverschuldung im HORNBACH-Baumarkt-AG Konzern,
das heißt die Finanzschulden abzüglich der flüssigen Mittel,
belief sich zum Bilanzstichtag auf 207,0 Mio. € gegenüber
289,2 Mio. € im Vorjahr.
Bilanzkennzahlen HORNBACH-Baumark-AG Konzern

1) „Net operating profit after tax“, definiert als EBIT minus standardisierte Steuerquote im HORNBACH-Konzern von unverändert 30 %.
2) Durchschnittliches Gesamtkapital definiert als durchschnittliches Eigenkapital plus durchschnittliche Nettoverschuldung.
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
und Mietverpflichtungen
Neben den im Eigentum des HORNBACH-Baumarkt-AG
Konzerns stehenden Bau- und Gartenmärkten und im Rahmen
von Finance Lease genutzten Bau- und Gartenmärkten sind
42 Märkte sowie ein Logistikzentrum von der Schwestergesellschaft
HORNBACH Immobilien AG oder deren Tochtergesellschaften
sowie 56 Bau- und Gartenmärkte von fremden Dritten
gemietet. Außerdem bestehen in geringerem Umfang weitere
Erbpacht-, Pacht- und Mietverträge für Grundstücke.
Bei den Verpflichtungen aus Miet-, Pacht-, Erbbaurechts- und
Leasingverträgen handelt es sich ausschließlich um solche
Mietverträge, bei denen die Unternehmen des HORNBACH-Baumarkt-AG Konzerns nach den IFRS-Rechnungslegungsstandards
nicht der wirtschaftliche Eigentümer der gemieteten
Vermögenswerte sind (Operating Lease). Mietverträge bestehen
im Wesentlichen für Baumärkte im In- und Ausland. Die
Laufzeit der Mietverträge beträgt zwischen 15 und 20 Jahren,
mit anschließenden Mietverlängerungsoptionen. Es bestehen
Mietanpassungsklauseln.
Zum 28. Februar 2009 betragen die Verpflichtungen aus Miet-,
Pacht-, Erbbaurechts- und Leasingverträgen 1.318,3 Mio. €
(Vj. 1.274,3 Mio. €). Der Erhöhung aus neu abgeschlossenen
Mietverträgen für drei Bau- und Gartenmärkte stand die
Zahlung der Jahresmieten des Geschäftsjahres 2008/2009
gegenüber. Außerdem sind im Geschäftsjahr 2008/2009 eine
Reihe von Mietverlängerungsoptionen wahrgenommen worden.
Gesamtbeurteilung der Ertrags-, Finanz-und
Vermögenslage
Der HORNBACH-Baumarkt-AG Konzern hat sich im Geschäftsjahr
2008/2009 unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr
gut entwickelt und seine Marktposition gestärkt. Trotz des
scharfen Preiswettbewerbs und der sich im zweiten Halbjahr
abzeichnenden Finanz- und Wirtschaftskrise konnten die
Umsätze sowohl absolut als auch auf vergleichbarer Fläche
gesteigert werden und dabei die Erträge im operativen
Geschäft deutlich überproportional zum Umsatzwachstum
erhöht werden. Auch im Segment Immobilien konnte aufgrund
von Sonderfaktoren ein hoher Gewinnzuwachs verzeichnet
werden. Wir konnten uns erneut erheblich besser als der
Branchenschnitt entwickeln und so unsere Marktposition in
Deutschland weiter ausbauen. Weiter gut entwickelten sich
unsere internationalen Aktivitäten, die ihren Anteil am Umsatz
und Ergebnis weiter ausgebaut haben. Die Expansion außerhalb
Deutschlands hat somit das Fundament für weiteres
Wachstum verbreitert und die Entwicklung des Gesamtkonzerns
unabhängiger gemacht von der scharfen Wettbewerbssituation
in Deutschland. Die Eigenkapitalquote hat sich auf
41,5 % erhöht. Die Kapitalstruktur und die Liquidität liegen
weiterhin auf einem guten Niveau. Angesichts des breiten
Spektrums an Finanzierungsquellen verfügen wir über ein
hohes Maß an Sicherheit und Flexibilität für die Herausforderungen
der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie
für die weitere moderate Wachstumsfinanzierung. In der
Gesamtschau stellt sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns
zufrieden stellend dar.