KONZERNLAGEBERICHT
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
HORNBACH schafft 466 neue Arbeitsplätze
Zum Bilanzstichtag 28. Februar 2009 standen 12.576
(Vj. 12.110) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem aktiven
festen Arbeitsverhältnis mit der HORNBACH-Baumarkt-AG bzw.
einem ihrer Tochterunternehmen. Damit wurden im Konzern im
Zuge der europaweiten Expansion 466 neue Arbeitsplätze
geschaffen (plus 3,8 %). Im Jahresdurchschnitt und auf
Vollzeit umgerechnet wurden im HORNBACH-Baumarkt-AG
Konzern 11.005 (Vj. 10.528) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beschäftigt.
Die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland belief sich auf
7.689 (Vj. 7.813). Hier machte sich vor allem ein Basiseffekt
bemerkbar: Wegen des Nachfragebooms in Deutschland im
Frühjahr 2007 wurden gezielt Personalkapazitäten insbesondere über Zeitverträge aufgebaut, die im Verlauf des Geschäftsjahres
2008/2009 plangemäß ausgelaufen sind. Im
Ausland stieg die Beschäftigtenzahl von 4.297 auf 4.887.
Unser Unternehmen verfügt über eine gesunde Altersstruktur.
So sind in Deutschland 26 % der Beschäftigten jünger als
30 Jahre, ebenfalls 26 % sind zwischen 30 und 39 Jahren
sowie 28 % zwischen 40 und 49 Jahren. Rund 20 % zählen zur
Generation „50plus“.
Wir bieten Jahr für Jahr als Teil unserer sozialen Verantwortung
möglichst vielen jungen Jugendlichen einen qualifizierten
Ausbildungsplatz oder ein duales Studium an einer Berufsakademie
(BA) an. Im Berichtsjahr wurden im Schnitt 735
(Vj. 728) jungen Menschen Ausbildungsplätze in 13 verschiedenen
Ausbildungsberufen einschließlich dualer Studiengänge
zur Verfügung gestellt. Den größten Anteil bilden hierbei die
401 (Vj. 410) Auszubildenden, die sich zu Kaufleuten im Einzelhandel
qualifizieren wollen. In Deutschland hat HORNBACH
durchschnittlich 615 (Vj. 614) Nachwuchskräfte ausgebildet.
Die durchschnittliche Ausbildungsquote in Deutschland
erreichte im Berichtszeitraum 8,4 % (Vj. 8,5 %).
HORNBACH legt großen Wert auf Chancengleichheit auch bei
der Auswahl geeigneter Bewerber für die Berufsausbildung.Eine Lehrstelle können alle Interessenten bekommen, egal, ob
mit Hauptschulabschluss, mittlerer Reife oder Abitur. Gefragt
sind insbesondere Freude am Arbeiten im Team, Spaß am
Umgang mit Menschen und Eigeninitiative. Um hochqualifizierten
Nachwuchs für unser Unternehmen heranzubilden,
bieten wir – über das normale Ausbilungsangebot hinaus –
zielorientierten und engagierten Schulabgängerinnen und
Schulabgängern seit letztem Jahr auch die Chance auf eine
internationale Karriere bei HORNBACH. Im Berichtsjahr absolvierten
25 BA-Studenten im In- und Ausland ein berufsbegleitendes
Studium. International ist ein Studium in der Schweiz,
in Österreich, Schweden und Rumänien möglich.
Qualität im Mittelpunkt der Qualifikation
Die Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus
den Filialen und Verwaltungen spielt eine Schlüsselrolle in
unserem Konzept: Einerseits zielt sie ab auf höchste Qualität
bei der Beratung zu komplexen Bau- und Heimwerkerprojekten,
andererseits gilt es, die Arbeitsabläufe möglichst effizient zu
gestalten. Zu diesem Zweck wurden im vergangenen Geschäftsjahr
zahlreiche Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen
organisiert.
Im Rahmen der Förderung des Führungskräfte-nachwuchses
absolvierten im Berichtszeitraum 2008/2009 insgesamt
341 Männer und Frauen die Fördermaßnahmen zum Teilbereichsleiter,
Assistent-Manager oder Marktmanager. Ein
Schwerpunkt war hier die verstärkte Fokussierung aller Maßnahmen
auf die strategische Ausrichtung der HORNBACH-Baumarkt-AG.
Die fachliche Weiterbildung haben im zurückliegenden
Geschäftsjahr mehr als 4.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
besucht. Dabei ließen wir unsere Verkaufsteams von
zertifizierten Trainern mit Hilfe von maßgeschneiderten Programmen
in den verschiedenen Warenbereichen schulen. Im
Mittelpunkt der kundenorientierten Verkaufsförderung standen
Fachkompetenz, aktuelle Trends und Produktneuheiten. Zusätzlich
haben wir damit begonnen, unsere Verkaufsspezialisten bei besonders komplexen Projektthemen mit IHK-zertifizierten
Weiterbildungen zu qualifizieren.
Unsere Abteilung TrainingMultimedia sorgt dafür, dass alle
HORNBACH-Mitarbeiter ständig über aktuelles Know-how in
Sachen Arbeitsprozesse und IT-Systeme verfügen. Im Berichtsjahr
fanden fast 1.950 ein- bis zweitägige Trainings mit
mehr als 15.000 Teilnehmern statt. Der Schwerpunkt lag im
vergangenen Geschäftsjahr auf dem Trainings-Rollout zur
Einführung des neuen Warenwirtschafts-systems. Die Beschäftigten
in allen HORNBACH-Märkten eigneten sich dabei in
einem Mix aus Präsenztrainings und E-Learning-Modulen
(Blended Learning) die jeweils für ihren Aufgabenbereich
erforderlichen Fähigkeiten an. Europaweit wurden in allen
Bezirken neue IT-Trainingsräume speziell für iesen Zweck
eingerichtet. Überdies setzten wir unsere zwei Schulungstrucks
ein. Das sind Lkw-Sattelzüge, die einen komplett ausgestatteten,
mobilen Hightech-Schulungsraum für zehn Teilnehmer
direkt an Ort und Stelle bringen.
Volumenmäßig an zweiter Stelle standen erneut Trainingsaktivitäten
für den Bereich HORNBACH-Projektschau. Hierbei
handelt es sich um gesonderte Verkaufs- und Beratungsaktionen
wie etwa „Dach ausbauen“, „Orchideenwelt“,
„Kinder(T)räume“ oder „Holzterrasse bauen“. Wir entwickelten
für jede Projektschau ein spezielles Training, das jeweils
mehrere Hundert Fachverkäufer gezielt für die Beratungssituationen
dieses Projekts fit macht.
Homogenes Filialnetz
HORNBACH verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung im
Betreiben von großflächigen Bau- und Gartenmärkten. Das
drückt sich auch in der durchschnittlichen Filialgröße aus, die
im letzten Jahr auf mehr als 11.200 (Vj. 11.100) qm gestiegen
ist. Diesen Wert erreicht kein anderer Wettbewerber unter den
führenden Baumarktbetreibern in Europa. Gleichzeitig verfügen
wir über ein sehr homogenes Marktportfolio: 83 % der
Verkaufsflächen im Konzern entfallen zum Bilanzstichtag auf
Märkte, die größer als 10.000 qm sind. Das erleichtert uns die
zügige Übertragung von universellen bzw. innovativen Konzepten
auf die alte und neue Fläche (Best-Practice-Ansatz).Die Kombination aus Homogenität und Großfläche bringt uns überdies erhebliche logistische Vorteile, mit denen wir uns
einen Wettbewerbsvorsprung sichern.
Im Berichtsjahr haben wir unser Filialnetz um vier Neueröffnungen
bzw. um rund 60.000 qm Verkaufsfläche vergrößert.
Drei der neuen Standorte sind Filialen mit kombiniertem
Baustoff-Drive-in. Das Drive-in-Konzept zielt darauf ab, dass
der Kunde sperrige und schwere Güter wie etwa aus dem
Baustoffbereich bequem und direkt ins Fahrzeug laden, dies
mit dem Einkauf im Baumarkt kombinieren und die gesamte
Ware an einer Kasse bezahlen kann. HORNBACH unterstreicht
damit seine traditionelle Kompetenz beim Handel mit Baumaterialien,
der dank der Bevorratung auch großer Projektmengen,
einer Vielzahl von Serviceleistungen, attraktiver Öffnungszeiten und guter Erreichbarkeit zunehmend auch
professionelle Kunden anspricht.
Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich daran, ältere Filialen
nach und nach konzeptionell auf den modernsten Stand zu
bringen bzw. Betriebsabläufe weiter so zu verbessern, dass
die Kundenwünsche noch besser erfüllt werden können. Das
schließt Beschilderungen, Regalierungen, Anpassungen im
Layout der Filiale bis hin zu Erweiterungen und die Weiterentwicklung
des Sortiments mit ein.
Kunden schätzen HORNBACH-Konzept
Richtschnur für die ständige Weiterentwicklung des
HORNBACH-Konzeptes ist die Orientierung an den Bedürfnissen
unserer Projektkunden. Die leichte Erreichbarkeit der Märkte,
die Bevorratung auch großer Artikelmengen, die attraktive
Warenpräsentation, höchste Kompetenz bei der Zusammenstellung
der Sortimente und bei der fachlichen Beratung und
nicht zuletzt eine verlässliche Preisstrategie sind zentrale
Kriterien für den Kunden. Die Verbraucher besinnen sich
gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Verlässlichkeit
und Qualität.
Auch im vergangenen Jahr hat wieder eine Reihe von
Verbraucherbefragungen und Branchenstudien dokumentiert,
dass HORNBACH gerade bei denjenigen Kunden der bevorzugte Bau- und Gartenmarkt ist, die umfangreiche Heimwerker- und
Bauprojekte rund um Haus, Wohnung und Garten in die Tat
umsetzen wollen. Mit der kompetenten Projektorientierung und
einem klaren Qualitätsprofil heben wir uns erfolgreich vom
Wettbewerb ab.
HORNBACH belegte im „Kundenmonitor Deutschland 2008“ in
der Gunst der deutschen Heimwerker erneut einen Spitzenplatz.
Im Rahmen der für den deutschen Einzelhandel bedeutsamsten
Verbraucherstudie, die seit 1992 jährlich erhoben
wird, wurden rund 6.000 Baumarktkunden befragt. Mit minimalem
Rückstand auf den Erstplatzierten belegten wir wie im
Vorjahr Rang zwei. Bestätigt fühlen wir uns auch durch das
hervorragende Abschneiden bei wichtigen Einzelkriterien. So
behauptete sich HORNBACH im vierten Jahr in Folge bei Auswahl
und Angebotsvielfalt, bei der Qualität der Produkte, aber
auch beim Produktangebot im Vergleich zum Wettbewerb als
bestes Baumarktunternehmen auf dem ersten Platz. Von
besonderer Bedeutung ist für uns, dass HORNBACH den
Heimwerkern, Gartenliebhabern und Bauherren laut Kundenmonitor
das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
In der erstmals in Deutschland durchgeführten Untersuchung „Retailer of the Year“ wurde Hornbach von den Kunden zur
beliebtesten Baumarktkette Deutschlands gewählt. Diese
Studie wird vom niederländischen Forschungsinstitut Q&A
Research & Consultancy durchgeführt. Die Studien-
Teilnehmer waren via Internet gebeten worden, für jeweils
16 Branchen ihre „Lieblingsladenkette“ zu nennen. Als Begründung
für ihre Wahl konnten die Verbraucher fachkundige
Beratung, Preis-Leistungsverhältnis, Kundenfreundlichkeit
oder andere Kriterien nennen, ca. 33.000 Verbraucher hatten
sich beteiligt.
Auch international Bestnoten
Außerhalb Deutschlands konnte HORNBACH ebenso in einer
Reihe von Studien zur Kundenzufriedenheit punkten. In den
Niederlanden wurde die oben bereits erwähnte Studie „Retailer of the Year“ zum sechsten Mal durchgeführt. Hier
wurde HORNBACH das vierte Jahr in Folge zum „besten Baumarkt
der Niederlande“ gewählt. In der Schweiz wiederholten wir im – analog zum deutschen Pendant durchgeführten –
Kundenmonitor 2008 den Vorjahreserfolg und sicherten uns
Rang eins bei der Globalzufriedenheit. Ähnliches Bild in
Skandinavien: Hier erreichte HORNBACH Platz 1 beim „Schwedischen Qualitätsindex“ in der Rubrik Baumärkte. Mit
3.500 interviewten Konsumenten zählt der Qualitätsindex zu
den wichtigsten Verbraucherstudien in Schweden. Die Teilnehmer
mussten hier zu Themen wie Produkt- und Servicequalität,
Preis und Image ihr Urteil abgeben.
Die hohe Wertschätzung in einzelnen Leistungsbereichen wie
etwa der Breite und Tiefe des Sortiments oder der Preispolitik
ziehen sich wie ein roter Faden durch die genannten Studien.
So wurde HORNBACH in den Niederlanden auf Platz eins in
den Kategorien „Sortiment“ und „Angebot“ Gewählt, zudem
wurde unser Unternehmen zum „Innovationsführer“ in der
Branche gekürt. Doch das beste Sortiment nützt nichts, wenn
die Preise nicht stimmen. Unsere Dauertiefpreisstrategie
kommt den Ergebnissen der Studien zufolge bei den Kunden
an: Sowohl im Kundenmonitor Schweiz als auch beim Retailer
of the Year in den Niederlanden wurde HORNBACH von den
Heimwerkern zum Baumarkt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis gewählt.
Baumarktkunden achten bei ihren Einkäufen immer mehr auf
Serviceleistungen, insbesondere dann, wenn die Produkte vom
Fachmann installiert werden sollen. Unser Handwerkerservice
(HWS) leistet einen wichtigen Beitrag zur positiven Kundenbeurteilung
von HORNBACH. Über diesen Service können unsere
Kunden die Verlegung von Bodenbelägen oder die Montage
von Garagentoren, Innentüren,Haustüren, Fenstern, Markisen,
Kaminöfen usw. in einer unserer Filialen in Auftrag geben.Die
Kunden wenden sich an einen zentralen Ansprechpartner und
profitieren dabei von einem einheitlichen Auftragsprozess mit
klarer Preislistenstruktur. Im Geschäftsjahr 2008/2009 haben
wir das Gewerkeportfolio um zwei wichtige Bausteine erweitert.
So können unsere Kunden in Deutschland nun auch die Installation
von Solarthermieanlagen und die Montage von Edelstahlkaminrohren
sowohl für die Schachtsanierung als auch
für den Außenwandkaminbau beauftragen. Beide neuen
Gewerke stellen wichtige Alternativlösungen für Renovierer und Sanierer dar. Dank der kontinuierlich verbesserten
Serviceangebote und Abwicklungsprozesse verzeichnete der
Handwerkerservice im Berichtsjahr ein zweistelliges Umsatzplus.
Rund 30 % des konzernweiten HWS-Umsatzes entfallen
auf das europäische Ausland, wo der Leistungskatalog sukzessive
eingeführt bzw. erweitert werden soll.
Die Fälle, in denen die Kunden mit ihrem Einkaufserlebnis
bei HORNBACH nicht zufrieden sind, werden von unserem
Beschwerdemanagement aufgefangen. Dadurch erhalten wir
wichtige Hinweise auf Stärken und Schwächen in der operativen
Arbeit der Märkte und somit ein Steuerungsinstrument für
die Optimierung der Kundenzufriedenheit. Jedes Problem wird
in Zusammenarbeit mit den HORNBACH-Filialen in maximal
ein bis zwei Tagen gelöst. Bei Produktreklamationen werden
zudem der Einkauf und der Lieferant mit eingeschaltet. Die
Beschwerdefälle werden monatlich ausgewertet.Im Jahr 2008
wurden 691 (Vj. 693) Fälle bearbeitet.
Dauerniedrigpreispolitik
Der Wettbewerb der DIY-Branche in Europa wird nicht nur über
unterschiedliche Handelskonzepte geführt. Er wird begleitet
von einem Preiswettbewerb, der auch im vergangenen Geschäftsjahr
besonders in gesättigten Märkten wie Deutschland
oder Österreich mit unverminderter Intensität ausgetragen
wurde. Wir hielten in diesem Branchenumfeld kompromisslos
an unserer glaubwürdigen Dauerniedrigpreisstrategie fest,
mit der wir uns von den Rabattaktionen der Konkurrenz unterscheiden.
Wir sehen darin die beste Basis für nachhaltiges, überdurchschnittliches Wachstum sowie langfristig hohe
Ertragskraft.
Unser Ziel ist es, mit größtmöglicher Transparenz, Verlässlichkeit
und Ehrlichkeit bei der Preisgestaltung die Kunden
dauerhaft an HORNBACH zu binden. Eine an die Dauerniedrigpreise
gekoppelte Preisgarantie soll unseren Kunden die
Gewissheit geben, dass sie sich zu jedem Zeitpunkt voll und
ganz auf die Lösung ihres Projektes konzentrieren können.
Logistik senkt Kosten und CO2-Emissionen
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den europaweiten Betrieb von
großflächigen Bau- und Gartenmärkten ist eine ausgeklügelte Warenwirtschaft im Zusammenspiel mit einem homogenen
Filialnetz. HORNBACH hat sich mit dem Aufbau einer eigenen
Konzernlogistik über die Jahre einen Wettbewerbsvorteil bei
der Beschaffung von Transportleistungen verschafft. Die
Logistik kombiniert die Direktbelieferung der Märkte,
indirekte Lieferungen über Zentralläger sowie das so genannte
Crossdocking.
Auch im vergangenen Geschäftsjahr hat unsere Logistik die
Expansion innerhalb Europas aktiv unterstützt und die Grundlage
für weiteres Wachstum geschaffen. So nutzen beispielsweise
viele Lieferanten diesen Versorgungsweg nach Osteuropa.
Gerade mit Blick auf Rumänien ist nicht jeder Hersteller in der
Lage, günstige Ganzladungen zusammenzustellen. Durch die
Einbindung in die HORNBACH-Logistik konnten Transportkosten
optimiert werden. Zusätzliche Kostensenkungs-potenziale
haben wir nach der erfolgreichen Einführung des neuen Lagerverwaltungsystems in unseren drei Logistikzentren
Essingen, Lehrte und Vilshofen in den beiden Vorjahren geschaffen.
Im Geschäftsjahr 2008/2009 haben wir die Produktivität
in den Logistikprozessen weiter erhöht.
HORNBACH leistet mit seinen Logistikzentren einen nachhaltigen
Beitrag zum Umweltschutz. Stichwort: Green Logistics.
Ziel ist es, den CO2-Ausstoß entlang der Wertschöpfungskette
der Warenwirtschaft zu reduzieren. Durch die Bündelung der
Ladung der Lieferanten entfallen tausende von Lkw-
Transporten. Ferner sparen wir mit Hilfe täglich optimierter
Tourenplanungen Leerfahrten von und zu unseren Standorten
und überflüssige Streckenkilometer ein. Zum Einsatz kommen
in der Konzernlogistik nur Lastkraftwagen mit modernen
schadstoffarmen Motoren. Darüber hinaus werden die Binnenschifffahrt
und die Schiene als Transportwege genutzt, um
etwa Importware von Hamburg oder Rotterdam zu den Logistikzentren
zu transportieren.
Warenwirtschaft im Fokus der Informationstechnologie
Im Geschäftsjahr 2008/2009 stand die Internationalisierung
des integrierten Warenwirtschaftssystems im Fokus der Informationstechnologie.
Neben den deutschen Filialen arbeiten
nunmehr Filialen in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, den
Niederlanden und der Tschechischen Republik mit dem neuen System. Im vergangenen Jahr wurden 59 HORNBACH-Standorte
im In- und Ausland umgestellt. Bislang wurde das
neue Warenwirtschaftssystem in 99 Märkte ausgerollt. Im
laufenden Geschäftsjahr werden die Slowakei, Schweden und
Rumänien folgen.
Auch die IT leistet ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die im
letzten Geschäftsjahr getätigten Investitionen in die Rechenzentrumsinfrastruktur
haben sich wie erwartet positiv auf die
Energiebilanz ausgewirkt. Dies unterstreicht ein im Benchmarkvergleich
guter Wert für die sogenannte Power Usage
Effectiveness (PUE). Insbesondere die optimierte Klimatisierung
des Rechenzentrums durch sogenannte freie Kühlung
machte sich im Winter 2008/2009 im Stromverbrauch positiv
bemerkbar und trug so zu einer geringeren Belastung mit CO2
bei.
HORNBACH setzt für die Datenverbindung der internationalen
Standorte ein elektronisches Netzwerk (WAN) ein. Im Geschäftsjahr
2008/2009 wurden nach der Konzeptentwicklung
bereits mehr als 50 Standorte auf eine neue, leistungsfähigere
technologische Plattform umgestellt. Neben einer erheblichen
Kostensenkung können dadurch in Zukunft auch die zur Verfügung
stehenden Bandbreiten besser genutzt werden. Der
Grundstein für den weiteren flexiblen Ausbau des Netzes
wurde gelegt. Eine nochmals verbesserte Verfügbarkeit insbesondere
in den östlichen HORNBACH-Ländern wird erwartet.
Der europaweite Rollout soll im laufenden Geschäftsjahr
abgeschlossen werden. Zum 1. Januar 2009 führte die
Slowakei den Euro ein. Die damit verbundene Umstellung aller
IT-Systeme lief reibungslos.
HORNBACH – „Der packende Baumarkt-Pionier“
Die HORNBACH Kampagnen zelebrierten im vergangenen
Geschäftsjahr mit Themenschwerpunkten wie Selbstverwirklichung,
Vertrauenssache und Vorstellungskraft einmal mehr
das Do-it-yourself. Im Frühjahr ermunterten wir alle zum
Ausleben von Individualität und Kreativität, indem wir mit der
Kampagne „Mach’s wie Du willst! Aber Mach’s!“ Lust auf
große Vorhaben in Wohnung, Haus oder Garten machten. Im
Sommer stand die fachkundige Beratung, die nach einer
Forsa-Studie eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Baumarktes
spielt, im Mittelpunkt. „Wem Du bei Deinem Projekt
vertraust, dem kannst Du bei allem vertrauen“ untermauerte
die Positionierung von HORNBACH als Projekt-Baumarkt und
die Verpflichtung zu bester Beratung. Der Herbst rief auf,
seine eigenen Träume und Ideen zu verwirklichen und letztlich
der Schaffenskraft keine Grenzen zu setzen.
Ein kommunikatives Highlight war im letzten Geschäftsjahr
die einzigartige Verlängerung der Kampagne „Du kannst es
Dir vorstellen. Also kannst Du es auch bauen.“: Neben den
klassischen Medien wurde diese Kampagne in Form einer
Kunstausstellung „Das Haus der Vorstellung“ in Berlin umgesetzt.
National wie international renommierte Künstler inszenierten
unterschiedlichste Interpretationen des Kampagnen-
Gedankens. Ziel war es, die Besucher mit all ihren Sinnen die
Rauminstallationen erleben zu lassen und so die Vorstellungskraft
anzuregen, was man aus seinen eigenen vier
Wänden machen kann.
Neben Fernsehspots nutzen wir sämtliche Medien wie Funk,
Print, Plakat oder Internet als Plattform für die HORNBACH-Kampagnen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation
sind überdies die Werbehefte und HORNBACH Aktuell Hefte,
die neben der Darstellung unserer Sortimentsbreite und -tiefe
auch Projektanleitungen, unser Angebot an Services sowie
Hinweise auf die monatlich stattfindenden Projektschauen
geben.
Unsere Werbekampagnen und Einzelmaßnahmen konnten im
Geschäftsjahr 2008/2009 wieder zahlreiche internationale
und nationale Preise gewinnen, vom Eurobest Award bis hin
zum Megaphon des Jahrbuchs der Werbung für die beste
integrierte Kampagne.
HORNBACH verfügt weiterhin über die höchste Werbeakzeptanz
in der Branche. Eine breit angelegte Marktforschung über die Marke HORNBACH bestätigt zudem die einzigartige
und differenzierende Positionierung von HORNBACH als „Der packende Baumarkt-Pionier“. Durch die über Jahre
hinweg rationale wie auch emotionale Kommunikation auf
Augenhöhe mit den Heimwerkern hat sich HORNBACH bei den
Verbrauchern als unverwechselbares Baumarktunternehmen
mit Alleinstellungsmerkmalen etabliert. Unser Ziel ist es, den
Aufbau der Marke HORNBACH im europaweiten Standortnetz
weiter voranzutreiben und dabei auf die individuellen regionalen
Bedürfnisse einzugehen.
Corporate Responsibility
Die HORNBACH-Gruppe bekennt sich über ihre eigentliche
Geschäftstätigkeit hinaus zu einem verantwortungsvollen
und sozialorientierten unternehmerischen Handeln.
Umweltschutz
Energieeinsparung zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und
zur Schonung der verbliebenen Ressourcen ist ein zentrales
Thema geworden, vor allem auch im Bereich von Bauen und
Renovieren. HORNBACH steht hier als Projektbaumarkt seit
Jahren als kompetenter Partner mit einem darauf ausgerichteten
Sortiment und qualifizierter Beratung bereit. In Projektschauen
und Werbeheften wurden die Kunden auch im Berichtsjahr
wieder ausführlich über Einsparmöglichkeiten wie beispielsweise durch Vollwärmeschutz, Dachdämmung,
Fenster- und Türenaustausch, Regenwassernutzung oder den
Einsatz von Energiesparlampen informiert. Ganz besonders im
Fokus stand weiterhin die Kommunikation zum Kampf gegen
illegalen Holzeinschlag „Kein Tropenholz aus Raubbau“,
womit den Kunden der Einkauf von Holzprodukten empfohlen
wird, die das Gütesiegel des Forest Stewardship Council (FSC)
tragen. Bereits 1996 hatte sich HORNBACH freiwillig gegenüber dem WWF und Greenpeace verpflichtet, keine unzertifizierten
Tropenhölzer zu importieren und war damit Vorreiter in der
Baumarktbranche. Im Jahr 2001 haben wir eine eigene Abteilung Qualitätsmanagement und Umwelt geschaffen. Einer
ihrer Tätigkeitsschwerpunkte ist der Einsatz zum Schutz der
Tropenwälder und einer nachhaltigen Forstwirtschaft, in der
zudem die Sozial- und Arbeitsschutz-Standards eingehalten
werden.
2007 erhielt HORNBACH als erste international tätige Baumarktkette
das FSC Handelskettenzertifikat GFA-COC-002007.
In allen HORNBACH-Filialen können insbesondere ökologisch
ausgerichtete Handwerksbetriebe, die selbst zertifiziert sind,
und alle umweltbewussten Heimwerker aus einem Angebot
von rund 1.400 Holzprodukten mit dem FSC-Warenzeichen
auswählen, dem umfangreichsten Angebot in der Baumarktbranche überhaupt. Zudem engagiert sich die Gesellschaft
auch in internationalen Projekten zum Artenschutz sowie zum
Erhalt des natürlichen Lebensraumes und des Waldbestandes.
Zu weiteren Schwerpunkten des Qualitätsmanagements zählt
die Umsetzung der europäischen Umweltgesetzgebung (Stichworte:
RoHs, WEEE, REACH). Ziel ist es dabei, gefährliche Schwermetalle und Chemikalien in Produkten zu identifizieren
und möglichst zu vermeiden sowie Wertstoffe intelligent zu
entsorgen. HORNBACH profitiert dabei von der engen
internationalen Vernetzung mit den Lieferanten und DIYFachverbänden.
Umweltengagement ist heute, auch unter dem Gesichtspunkt
knapper werdender Ressourcen, nicht mehr denkbar ohne
Recycling. Um die Anzahl der Transporte so gering wie möglich
zu halten, werden in den HORNBACH-Märkten für die
volumenstarken Fraktionen Papier und Kunststoff Müllpressen
eingesetzt. Ein ganzheitliches Abfallkonzept fördert das Trennen
und damit die Wiederverwertung der übrigen Abfälle.
Auch beim Bau und Betrieb der Märkte kommt aktiver Umweltschutz
zum Tragen. So sorgt die Einführung einer neuen
Gebäudeleittechnik für eine effizientere Steuerung der technischen
Anlagen. Eine konsequente Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlagen führt zu geringerem Heizenergieverbrauch.
Strom wird gespart durch intelligente Steuerungen und Schaltungen
sowie grundlegend auch durch den Einsatz einer
optimierten Beleuchtung. Überdies ermöglicht der Einbau von
Tageslichtbändern und Lichtkuppeln die Nutzung des Tageslichts.
Die Lampenabteilungen sind mit Lichtoptimierungssystemen
ausgerüstet, die den Energieverbrauch der Abteilung
um etwa die Hälfte reduzieren. In Summe ergeben sich
durch die Kombination der zuvor beschriebenen Techniken
somit Einsparungen bis zu 30 % des derzeitigen gesamten
Stromverbrauchs der Märkte.
Mitarbeiterentwicklung
(Jahresdurchschnitt auf Vollzeitbeschäftigte umgerechnet)

Mitarbeiter
Chancengleichheit und die Ablehnung jeglicher Form von
Diskriminierung sind oberstes Prinzip für HORNBACH beim
Umgang mit seinen Mitarbeitern. Ethnische Herkunft, Geschlecht,
Alter,körperliche Einschränkungen oder Religionszugehörigkeit
spielen bei der Beurteilung von Bewerbern keine
Rolle. Ausschlaggebend sind allein fachliche Kompetenz und
Teamgeist. Mit der Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ im
Jahr 2008 setzt sich das Unternehmen für ein vorurteilsfreies
Arbeitsumfeld ein.
Auf die Herausforderungen der künftigen Altersversorgung hat
HORNBACH mit einem betrieblichen Vorsorgemodell reagiert.Es setzt sich aus vier Bausteinen zusammen, die neben tarifvertraglich
vereinbarten Altersvorsorgebeiträgen auch Umwandlungsoptionen
von freiwilligen Bonuszahlungen und
tariflichen Entgeltansprüchen wie etwa Urlaubsgeld enthalten.
In Fortschreibung zum derzeit noch bestehenden Angebot der
Altersteilzeit wurde außerdem ein Vorsorgemodell eingeführt,
das den Mitarbeitern erlaubt über „Zeitwertkonten“ den Einstieg
in das Rentenalter individuell gestalten zu können, d.h.
vorzeitig in Ruhestand zu gehen.
Der Unternehmenserfolg ist eng an die Kompetenz und den
Leistungswillen seiner Mitarbeiter geknüpft. Ihre Bereitschaft,
die Ärmel aufzukrempeln, um dadurch das Konzernergebnis zu
verbessern, wird durch HORNBACHs Prämienmodell honoriert.
Ein weiterer Baustein, Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zu
beteiligen, ist die Möglichkeit, Belegschaftsaktien zu erwerben.
Ein besonderes Zeichen sozialer Verantwortung für die
Mitarbeiter wurde 2002 durch die Gründung der HORNBACH
Stiftung „Menschen in Not“ gesetzt. Die Stiftung hilft seitdem
in Todesfällen, bei Unfällen, schweren Krankheiten. Ihre Solidarität
mit der Stiftung dokumentieren die Mitarbeiter selbst
durch die Aktion „Mitarbeiter helfen Mitarbeiter“, deren eingehende
Spenden zusätzlich vom Unternehmen verdoppelt
werden.
Gesellschaft
Die Arbeit der HORNBACH Stiftung ruht auf zwei Säulen. So ist
sie auch für Menschen außerhalb des Unternehmens Anlaufstelle
in extremen Notsituationen. Insgesamt ist die Stiftung
im Berichtsjahr 85 Menschen, sowohl aus dem Unternehmen
als auch extern, mit einer Gesamtsumme in Höhe von rund
120.000 Euro beigestanden.
Das gesellschaftliche Engagement, das über die Stiftung
hinausreicht, konzentriert sich im Rahmen der Spendentätigkeit
bevorzugt auf soziale Projekte, zumal zu Gunsten von
Kindern und Jugendlichen. In diesem Sinne engagierten sich
zudem die Märkte vor Ort und hatten ein offenes Ohr für
Bitten lokaler Vereine.
Als Mitglied der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar
unterstützt HORNBACH weiterhin die Mannheim Business
School bei umfangreichen Renovierungsmaßnahmen des
unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Um auch die
wissenschaftliche Exzellenz der Region zu stärken, fördert die
HORNBACH-Baumarkt-AG in den kommenden fünf Jahren ein Forschungsprojekt im Bereich der Molekularen Neurobiologie
des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg
mit einer halben Million Euro. In gleicher Höhe unterstützt die
Muttergesellschaft HORNBACH HOLDING AG das Projekt.
Dadurch wird unter anderem die Einrichtung einer eigenen
Professur für eine junge Wissenschaftlerin von internationalem
Rang ermöglicht.
Zu den Grundregeln sozialer Verantwortung zählt für
HORNBACH überdies die Anerkennung internationaler Standards,
die in den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation
(ILO) aufgestellt sind. Gekauft wird daher nur in
Fabriken, die Minimalerfordernisse erfüllen wie: den Ausschluss
von Kinder- und Zwangsarbeit, keine Einschüchterung
von Arbeitern durch Misshandlungen oder verbale Drohungen,
die Beachtung von Regeln der Arbeitssicherheit, Einhaltung
der Umweltgesetzgebung. Die Lieferanten müssen diese
Standards auch bei ihren Vorlieferanten sicherstellen. Standardisierte
Fabrik-Audits sollen die Einhaltung dieser Regeln überwachen.